Unabhängiger Qualitätsstandard für Patientenverfügung: Nur ein Anbieter erhält Zertifizierung

Leipzig – Für Patientenverfügungen und deren Anbieter gilt seit gestern erstmals ein verbindlicher Qualitätsstandard. Als einziger Anbieter ist der ärztliche Onlinedienst DIPAT nach den strengen Vorgaben zertifiziert worden. Was bedeutet das für Millionen Versicherte?

Der Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen (BVSV) ist verantwortlich für den neuen Standard (BVSV Nr. 055 vom 17.7.17). Er ist ab sofort gerichtsverbindlich für alle Sachverständigen des Verbandes und schafft so faktisch auch die Vorgaben für Versicherungen. Wie der BVSV mitteilt, führt der Standard erstmals die umfassenden medizinischen Anforderungen an Patientenverfügungen mit den strengen rechtlichen Vorgaben des Bundesgerichtshofes zusammen. Alle Anbieter von Versicherungen sind nun gehalten, ihre bestehenden Angebote zur Patientenverfügung zu prüfen.

Quellenangabe: “obs/DIPAT GmbH”

“Für Patientinnen und Patienten wird endlich Sicherheit geschaffen, was eine wirksame Patientenverfügung ausmacht und wer geeignet ist, diese anzubieten”, bestätigt Dr. med. Paul Brandenburg. Brandenburg ist Geschäftsführer von DIPAT und Erfinder der inzwischen häufig kopierten Online-Patientenverfügung. “Eine wirksame Verfügung, kann nur aus ärztlicher Hand kommen. Sie bedarf laufender Aktualisierung durch Fachärzte und muss jederzeit und überall über das Internet abrufbar sein, um im Notfall sofort dem Arzt vorzuliegen.”

Übliche Patientenverfügungen erfüllen diese Kriterien nachweislich nicht und sind im Ernstfall unwirksam. Der vom BSVS erarbeitete Qualitätsstandard sei daher überfällig gewesen, so der Arzt Brandenburg. “Denn mangels Kontrolle existiert leider eine Überzahl unqualifizierter Anbieter. Als selbsternannte Vorsorgeexperten versuchen sie, ein Geschäft mit der Unsicherheit der Menschen zu machen. Dabei verkaufen sie unwirksame Verfügungen, die im Ernstfall für Patienten gefährlich werden können. Teilweise arbeiten diese Gesellschaften sogar mit Versicherungen zusammen, denen bisher schlicht unabhängige Qualitätsrichtlinien fehlten.”

Der ärztliche Onlinedienst DIPAT wurde unter anderem vom Deutschen Ärzteblatt und dem Sächsischen Gesundheitsministerium als Fortschritt gelobt.

Quelle: ots